Der „European Islamophobia Report“ für das Jahr 2016 wurde veröffentlicht. Herausgegeben wird der Report von den Rassismus Forschern Enes Bayrakli und Farid Hafez. Das erste Mal erschien der Bericht für das Jahr 2015. Neben allgemeinen Ergebnissen zur Lage und Entwicklung von Islamophobie in Europa, enthält der Report 27 Länderberichte, die von verschiedenen Wissenschaftlern zusammengetragen und verfasst wurden.

Seit der Veröffentlichung des ersten „European Islamophobia Report“ sei im Wesentlichen keine Verbesserung zu verzeichnen. Stattdessen ließe sich sogar ein Anstieg von Islamophobie in verschiedenen gesellschaftlichen Bereichen, wie beispielsweise dem Bildungssystem, dem Arbeitsmarkt, in den Medien, der Politik oder sogar dem Rechtssystem beobachten. Rassismus, Hass und Diskriminierung gehörten inzwischen zur alltäglichen politischen und gesellschaftlichen Realität von Muslimen in Europa, heißt es in dem Bericht.

Dieser Trend wirke sich in zunehmendem Maße auch auf die Demokratien in Europa aus. Dies zeige sich insbesondere an dem Aufstieg und den wahlpolitischen Erfolgen von rechtspopulistischen bis hin zu rechtsextremistischen Parteien in einer Vielzahl von europäischen Ländern

Der erhöhte Flüchtlingszustrom in Europa, primär aus muslimisch geprägten Ländern, löse bei vielen Europäern Umfragen zur Folge die Sorge aus, dass die europäische Bevölkerung in ein paar Jahren mehrheitlich muslimisch sein werde. Diese Ängste werden von einigen Politikern gezielt genutzt, um Islamophobie zu schüren. Die Forderung von einigen populistischen Politikern, die Einwanderung von muslimischen Flüchtlingen nicht mehr zuzulassen, wird in acht europäischen Ländern, von der Mehrheit der Bevölkerung befürwortet. Konkret unterstützten 71% der Befragten in Polen, 65% in Österreich, 53% in Deutschland, 51% in Italien, 47% in Großbritannien und 41% in Spanien diese Meinung. An diesem Beispiel wird das Ausmaß islamophober Einstellungen in dem Report illustriert.

Für die Bekämpfung von Islamophobie sei insbesondere die Erkenntnis darüber, dass es sich hierbei um strukturellen und institutionellen Rassismus handele, notwendig. Europäische Organisationen, wie die OSCE sollten sich diesem Problem annehmen und Diskriminierung, Hass und Hetzte gegenüber Muslimen kontrollieren, erfassen und schließlich bekämpfen, fordern die Herausgeber des Berichts. Um zuverlässige Daten zur Islamophobie in Europa erheben zu können, müsse eine seperate Erfassung islamfeindlicher Straftaten auf europäischer Ebene erfolgen.