Die Dokustelle Islamfeindlichkeit und antimuslimischer Rassismus verzeichnet in ihrem Antimuslimischen Rassismus Report für das Jahr 2018 einen Anstieg von ca. 74 % und damit insgesamt 540 Fälle von Islamfeindlichkeit im Vergleich zu 309 Fällen im Jahr 2017. Nachdem im Dezember 2017 eine Koalition von ÖVP und FPÖ gebildet wurde, implementierte die Regierung im Kalenderjahr 2018 mehrere islamophobe Gesetze und setzte islamophobe Politiken um. Das Kopftuchverbot in Kindergärten, die Schließung von Moscheen und einer Kultusgemeinde der IGGÖ, das Symbolgesetz und die Forderung nach Fastenverboten sind konkrete Politiken und politische Forderungen, die vorgeben, den sogenannten ‚politischen Islam‘ zu bekämpfen, sich tatsächlich jedoch gegen MuslimInnen im Allgemeinen und insbesondere gegen die organisierte muslimische Zivilgesellschaft richten. Protest von der politischen Opposition und Zivilgesellschaft gegen Islamophobie blieb im Jahr 2018 beinahe völlig aus. Besonders auffallend ist der Versuch des Österreichischen Integrationsfonds, Wissen zu produzieren, um die anti-muslimischen Politiken der Regierung zu legitimieren. Die Entmenschlichung von MuslimInnen als zentrales Charakteristikum von anti-muslimischem Rassismus ist im öffentlichen Sprechen noch deutlicher zutage getreten. Die aggressive Abwertung von MuslimInnen findet sich auch im öffentlichen Raum wider, wo zahlreiche abwertende Schriftzüge gegen MuslimInnen auffindbar waren. Im Gegensatz zur Politik waren in den Medien neben der Unterstützung von Regierungspositionen auch Gegenstimmen zu vernehmen.

PDF: Österreichischer Islamophobiebericht 2018